Wohnbau und gesellschaftliche Gleichstellung
Interview in Der Standard mit Bernadette Redl
Im DER STANDARD ist ein Interview mit mir erschienen zur Frage, wie Wohnbau zur Herstellung oder Einschränkung gesellschaftlicher Gleichstellung beiträgt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Wohnraum nicht neutral entsteht, sondern auf historisch gewachsenen Annahmen darüber basiert, wie Alltag organisiert ist, wie Erwerbsarbeit und Sorgearbeit verteilt werden und welche Lebensmodelle als „Standard“ gelten. Diese Setzungen wirken sich direkt darauf aus, wer in Planung mitgedacht wird und welche Anforderungen selbstverständlich berücksichtigt sind.
Wohnbau wirkt dabei als strukturelles System, das weit über die einzelne Wohnung hinausgeht. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Wohnumfeld, Gebäude, Grundrissen, Erschließung und Leistbarkeit. Diese Ebenen bestimmen, wie Wege im Alltag funktionieren, wie Care-Arbeit räumlich organisiert werden kann und welche Formen von Nutzung und Teilhabe überhaupt ermöglicht werden. Planung ist damit immer auch eine Form der gesellschaftlichen Strukturierung von Alltag – mit unmittelbaren Auswirkungen auf Gleichstellung im gebauten Raum.
In meinem Buch Frauengerechter Wohnbau in Österreich. Gleichstellungspolitischer Anspruch und strukturelle Relevanz von Modellprojekten werden diese Zusammenhänge systematisch untersucht. Im Fokus stehen vergangene Lösungsansätze von Modellwohnprojekten, die, anhaltende Relevanz für heutige und zukünftige Planungsprozesse besitzen. Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie Architektur und Planung gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen oder einschränken – und welche strukturellen und räumlichen Bedingungen dafür entscheidend sind.
Leistung
Interview zu Wohnbau und gesellschaftlicher Gleichstellung
Auftraggeberin
Der Standard, Redakteurin Bernadette Redl
Zeitraum
Veröffentlichung am 1. Mai 2026
Weiterführendes
Buch “Frauengerechter Wohnbau in Österreich”
Impressionen

