Beitrag zum Fair Mobility Festival 2026

Geladene Expertin im Workshop zu Werkzeugen für genderspezifische Mobilität

Vom 27. bis 29. Mai 2026 fand in Wien und Ebensee das Fair Mobility Festival statt, organisiert von Wonderland - Platform for European Architecture. Forschende, Aktivist:innen, Planer:innen, Journalist:innen, Künstler:innen und politische Entscheidungsträger:innen kamen zusammen, um Mobilität aus der Perspektive von Gerechtigkeit, Zugänglichkeit und sozio-räumlicher Fairness neu zu denken. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen von Frauen, geschlechtlichen Minderheiten und anderen von Ausschlüssen betroffenen Gruppen. Mit Exkursionen, Workshops, Filmvorführungen und Diskussionen zeigte das Festival auf, dass Mobilität weit mehr ist als Verkehr: Sie ist eng mit Teilhabe, Care-Arbeit, Sicherheit und dem Recht auf Stadt verbunden.

Als geladene Expertin war ich an einem Workshop zur Entwicklung einer Fair-Mobility-Toolbox beteiligt. Unter der Leitfrage „Welche Werkzeuge brauchen wir, um geschlechtsspezifische und intersektionale Mobilität zu ermöglichen?“ diskutierten wir Ansätze auf drei Ebenen: Hardware, Software und Orgware. Anhand der Ergebnisse meines Buches „Frauengerechter Wohnbau in Österreich“ stellte ich dar, wie die gebaute Umwelt, die Gestaltung von Wohnquartieren und die Infrastruktur Mobilitätschancen beeinflussen (Hardware), welche Bedeutung Partizipation, Bewusstseinsbildung und soziale Praktiken für Mobilitätsverhalten haben (Software) und welche politischen, planerischen und institutionellen Rahmenbedingungen notwendig sind, um geschlechtergerechte Mobilität dauerhaft zu verankern (Orgware).

Mein Beitrag verdeutlichte insbesondere, dass Mobilität bereits lange vor dem eigentlichen Weg beginnt: Sie wird durch die Art und Weise mitgeprägt, wie Wohnumgebungen geplant, gebaut und organisiert werden. Frauengerechter Wohnbau kann daher als eine Form indirekter Mobilitätsinfrastruktur verstanden werden. Wohnstandorte, Nutzungsmischung, Nahversorgung, sichere Wege und die Berücksichtigung von Care-Arbeit bestimmen maßgeblich, welche Mobilitätsoptionen Menschen im Alltag haben. Damit leistet das Buch einen strukturellen Beitrag zur aktuellen Debatte über Fair Mobility, indem es zeigt, dass Mobilitätsgerechtigkeit nicht allein eine Frage von Verkehrssystemen ist, sondern der gesamten Raumproduktion.


 

Leistung
GeladeneExpertin im workshop toolbox - Werkzeuge für genderspezifische Mobilität. Die Bedeutung von Wohnbau als indirekte Mobiltätsinfrastruktur.

Auftraggeberin
Wonderland – Platform for European Architecture - Bahanur Nasya

Zeitraum
27. Mai 2026

Weblink
Fair Mobility Festival: inklusive movement for all!

Impressionen



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Stadt für Menschen - inklusive Stadtplanung

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