Gender-Expertise für eine internationale FES-Delegation zu leistbarem Wohnen und Wiener Stadtentwicklung anhand des Sonnwendviertels
Im Rahmen des europäischen Projekts „Affordable Housing: Best Practices from around Europe“ organisierte die Friedrich-Ebert-Stiftung Warschau eine mehrtägige Studienreise nach Wien mit politischen Entscheidungsträger:innen, Wohnbauexpert:innen und Autor:innen der beteiligten Länderstudien verschiedenen europäischen Ländern. Ziel war es, das Wiener Wohnbaumodell kennenzulernen, seine Übertragbarkeit auf andere nationale Kontexte zu diskutieren und den fachpolitischen Austausch zu stärken. Als Gender-Expertin war ich eingeladen, anhand des Sonnwendviertels die gleichstellungsorientierten Ansätze der Wiener Wohnbau- und Stadtentwicklungspolitik zu vermitteln und aufzuzeigen, wie leistbares Wohnen mit sozial-ökologischer Quartiersentwicklung, Gender Mainstreaming und care-orientierter Planung verbunden wird.
Ich erläuterte, wie Gender Mainstreaming in Wien als Querschnittsprinzip in großmaßstäbliche Stadtentwicklungsprozesse eingebettet ist. Am Sonnwendviertel lässt sich besonders gut nachvollziehen, wie kurze Wege, gute öffentliche Verkehrsanbindung, weitgehend autofreie Bereiche, soziale Infrastruktur und qualitätsvolle Freiräume Alltags- und Care-Routinen unterstützen. Bildungscampus, Helmut-Zilk-Park sowie vielfältige Spiel- und Bewegungsangebote verdeutlichen, wie Wohnen, Betreuung, Bildung, Mobilität und öffentlicher Raum zusammengedacht werden.
Besonders deutlich werden gendersensible Qualitäten in den beiden Entwicklungsphasen des Quartiers: Im älteren Teil stärkt die 2009 erstmals systematisch angewandte Säule „Soziale Nachhaltigkeit“ vielfältige Wohnformen und gemeinschaftlich nutzbare Räume. Die durchlässige Blockrandbebauung bietet geschützte und zugleich bauplatzübergreifende Freiräume. Der jüngere Teil erweitert diese Perspektive durch kleinteiligere Baufelder und gemischt genutzte Quartiershäuser, die mit aktiven Erdgeschoßzonen, kleinen Gewerbe- und Arbeitsräumen, sozialen und gemeinschaftlichen Angeboten sowie flexibel nutzbaren Räumen Funktionen für das gesamte Quartier übernehmen. Damit fördern sie nachbarschaftliche Kontakte, lokale Versorgung und soziale Netzwerke – zentrale Voraussetzungen für einen alltags- und care-orientierten Stadtteil.
Leistung
Geladene Expertise und Führung zu gendergerechter Wohnbau- und Stadtentwicklung im Sonnwendviertel für eine internationale Delegation der Friedrich-Ebert-Stiftung
Auftraggeberin
Friedrich-Ebert-Stiftung - Büro Polen
Katarzyna Duda, Projektkoordinatorin
Zeitraum
10.September 2026
Weblinks
Friedrich-Ebert-Stiftung
Europäisches Projekt „Affordable Housing: Best Practices from around Europe“
Impressionen
Fachliche Einordnung zu feministischer Stadtplanung, Alltag und Sorgearbeit sowie zu gendergerechten Qualitäten im Wohnbau – im Beitrag von JETZT.at.
Interview in Place Publique über Wiens Vorreiterrolle, strukturellen Verankerung und aktuelle Herausforderungen der gendersensiblen Stadtplanung
Podiumsteilnehmerin zu sozial nachhaltiger, alltagsorientierter und inklusiver Wohnbau- und Quartiersentwicklung mit einer kalifornischen Delegation.
Interview in architektur.aktuell 09/2026 zu Safe Spaces, diversitätssensibler Planung und räumlichen wie strukturellen Voraussetzungen inklusiver Arbeitswelten
Webinar der internationalen Fair Mobility-Reihe von Wonderland - Platform for European Architecture - zu Gender Planning und sozial nachhaltiger Stadtentwicklung
Vortragende bei internationaler Summer School zur Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensrealitäten in der Planung - theoretische Grundlagen und Praxisbeispiele
Vortragende und Workshop bei der internationalen GBS Green.Building.Solutions Summer University 2026
Podiumsteilnehmerin zu feministischen Raumpraktiken an der Universität Innsbruck, Fakultät Architektur, Institut für Gestaltung
Interview in der Wiener Stadtzeitung Augustin zur Bedeutung sozialgerechter, gendergerechter und inklusiver Stadt- und Quartiersplanung
Expertin bei Workshop “toolbox” zu Werkzeugen für genderspezifische Mobilität und die Rolle von Wohnbau als indirekte Mobilitätsinfrastruktur
Interview in DER STANDARD zu den Auswirkungen von Planung von Wohnumfeld, Wohngebäude und Wohnung auf Gleichstellung im Alltag
Vortrag und Podiumsdiskussion zum Buch als zentraler Beitrag zu Wohnbaupolitik, Planungskultur und Gleichstellungsfragen
Vortrag und Podiumsdiskussion zum Buch als zentraler Beitrag zu Wohnbaupolitik, Planungskultur und Gleichstellungsfragen
Autorin von Untersuchungen zu feministischen Modellprojekten aus Perspektiven von Gender, Care und räumlicher Produktion und Teilhabe
Interview für OKTO TV zu feministischer Architektur und Stadtplanung für gesellschaftliche Gleichberechtigung
Begleitung der Neuplanung in Planungsphasen Vorentwurf und Entwurf im Auftrag der AK Arbeiterkammer Wien
Aufenthalt als externe Expertin mit Genderkompetenz im Rahmen von GeDiMINT - Geschlechterdimensionen im Blick der MINT-Forschung
Fachexpertin und Moderatorin eines Workshops zur Reflexion von Metaindikatoren im Rahmen der Wirkungsorientierung des Bundeskanzleramts
Interview für falstaff Magazin zu einer feministischen Perspektive auf Planung, Planungsstrukturen und Nutzung der gebauten Umwelt in der Geschichte und für die Zukunft


Einblick in gendergerechte Planungsansätze im Wiener Wohnbau und in der Stadtentwicklung für eine internationale FES-Delegation am Beispiel des Sonnwendviertels